„Gesellschaftsbilder.de“ – Mehr Vielfalt in Bildern gewünscht

Auch im Jahr 2016 werden Menschen mit Behinderungen in Bilddatenbanken von Redaktionen oft als Problemfall dargestellt. Das Team um die Leidmedien sieht diese Perspektive kritisch. Das Projekt Leidmedien gehört zu dem Verein Sozialhelden, der u.a. die Wheelmap ins Leben gerufen hat. Haben sie sonst Journalisten auf die suboptimal verwendete und oftmals diskriminierende Sprache in der Berichterstattung über Menschen mit Behinderungen, wie z.B. „an den Rollstuhl gefesselt“ oder „er/sie leidet an Muskelschwund“, aufmerksam gemacht, stellt nun die von ihnen entworfene Fotodatenbank Gesellschaftsbilder.de eine Weiterentwicklung ihrer Arbeit dar.

Die Datenbank beinhaltet Bilder von Menschen mit Behinderungen, die Medienmachern kostenlos zur Verfügung stehen sollen. Laut Andi Weiland, Pressesprecher des Sozialhelden e.V., soll Redaktionen so die Ausrede genommen werden, dass es keine Bilder von „echten“ Menschen mit Behinderungen gäbe. Denn oftmals sieht man Models in kloppigen Rollstühlen, die man nur noch sonst im Krankenhaus anfindet. Die meisten Rollstühle werden heutzutage auf die individuellen Bedürfnisse, der darin sitzenden Personen angepasst. Auch Menschen mit dem sogenannten Down-Syndrom sieht man auf Fotos lächelnd, anstatt mal in konzentrierter Haltung oder im Alltag. Auch bei Symbolbildern, die sich mit Behinderung oder Inklusion beschäftigen, wünscht sich das Team von Leidmedien modernere Ansätze.

„Wenn es darum geht, eine Sehbehinderung abzubilden, wird oft das gelbe Abzeichen mit den drei schwarzen Punkten benutzt, anstatt mal andere Darstellungsmöglichkeiten zu suchen.“, sagt Andi Weiland. Sie wünschen sich zudem, dass bei alltäglichen Bildern, beispielsweise ein Bild von einer Situation im Café, auch wie selbstverständlich Menschen mit Behinderungen zu sehen sind ohne das dabei der Fokus auf diesen Menschen liegt.

Weiland fotografiert regelmäßig Menschen mit Behinderungen, entweder privat oder auch im Rahmen von Veranstaltungen. Dabei lichtet er die Personen auf Augenhöhe ab und versucht die Menschen so zu zeigen, wie sie sind. So finden sich die Personen in den Bildern wieder. Aufgrund der hohen Authentizität nimmt man seine Fotos gerne.

Momentan beinhaltet die Datenbank circa 300 Bilder. Das Team ist zurzeit noch auf der Suche nach Sponsoren.

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